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Homo Faberin Almanca Özeti
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Homo Faberin Almanca Özeti

ABONE OL
19 Nisan 2019 07:52
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Homo Faber ist ein Roman in Berichtsform von Max Frisch, der 1957 erschienen ist. Schon der Titel deutet auf die Schlüsselfigur und den Ich-Erzähler hin. Walter Faber ist der Typ eines rationalitätsgläubigen, diesseitsorientierten, modernen Menschen, dessen technologisch-mathematisches Weltverständnis ihn blind macht für die Erkenntnis, dass das Leben mit all seinen Unwägbarkeiten und schicksalhaften Zufällen sich den Gesetzen der Logik entzieht1. Und genau diese Haltung ist Ursache für die tragischen Ereignisse in seinem Leben, die er auf einem Flug nach Caracas und kurz vor seiner Operation in einem Athener Krankenhaus beschreibt.[TL1] Der fünfzigjährige UNESCO-Ingenieur berichtet über sein Leben, das durch eine Liebesbeziehung zu seiner Tochter und an seiner Schuld an deren Tod zerbricht. Dies geschieht im Jahre 1957, als er auf einer Schiffsreise einem Mädchen, seiner eigenen Tochter, die er aber nicht erkennt, begegnet. Er baut zu diesem Mädchen eine Liebesbeziehung auf, reist mit ihr durch Italien und Griechenland, schläft mit ihr, obwohl er mittlerweile ahnt, dass sie seine eigene Tochter ist, was er auch später in Griechenland von deren Mutter und seiner ehemaligen Jugendliebe Hanna erfährt. Zu seinem begangenen Inzest kommt hinzu, dass seine Tochter durch eine Verkettung mehrerer unglücklicher Umstände, an denen Walter Faber aber nicht ganz unschuldig ist, ums Leben kommt. Kurz vor seiner Operation, die wahrscheinlich seinen tödlichen Magenkrebs aufdecken wird, erkennt Homo Faber, dass er sowohl sein eigenes Leben, als auch das seiner Freundin und das seiner Tochter zerstört hat.

Faber ist ein Einzelgänger, für den es am Anfang seines Berichts unerträglich ist, mit jemandem zusammen zu wohnen, schon gar nicht mit einer Frau. Ein Zusammenleben mit einer Frau wäre für ihn mindestens so schlimm, wie ein Aufenthalt bei einer Fremdenlegion (vgl. S.91). Er lebt in seiner Arbeit und schätzt sich glücklich, alleine zu wohnen (vgl. S.90-91). Ihn stört das Interesse der Frau an seinen Empfindungen und Erlebnissen, z.B. wie er denn geschlafen habe (vgl. S.91). Seiner Meinung nach ist kein Mann in der Lage dies auszuhalten, denn spätestens nach drei Wochen sehnt er sich nach seinen Turbinen (vgl. S.91). Er ist nun einmal der Typ der mit beiden Beinen auf dem Boden steht (vgl. S. 47) und da haben Gefühle und Zärtlichkeiten keinen Platz. So ist es verständlich, dass für ihn Frauen lediglich ein Lustobjekt sind, vergleichbar einem Steuerrad eines Studebakers (vgl. S.87), und er keine echte Beziehung aufbauen kann. Er sagt von sich selbst, dass er sachlich ist, und das das die Frauen eben nicht vertragen (vgl. S.91). Es ist aber im Leben nicht möglich, eine vollkommen emotionslose Beziehung aufzubauen. Die verständliche Konsequenz daraus ist, dass er grundsätzlich nicht heiratet (vgl. S.7).




Nun könnte man auf die Idee kommen, dass sich Faber durch hinzugewonnene Lebenserfahrung gewandelt und sein Bild in bezug auf die Frau geändert hat. Dies trifft aber nur zum Teil zu.

Denn selbst noch nach dem Tod seiner Tochter ist er davon überzeugt, dass es für ihn unmöglich wäre, mit einer Frau zusammen zu leben, da er nicht so viel Verständnis für die Bedürfnisse einer Frau aufbringen kann (vgl. S.91) und er sie nur unglücklich machen würde (vgl. S.93). Diese Anschauung besitzt noch während des Schreibens für ihn Gültigkeit, da er im Präsens schreibt, dass es so ist, wie er sagt (vgl. S.91).

Ein Zusammenleben mit Hanna kann er sich jedoch am Ende vorstellen, so dass man davon ausgehen kann, dass sich seine Haltung gegenüber Frauen gewandelt hat. Er schreibt z.B. davon, dass er zusammen mit Hanna in Athen bleiben möchte (vgl. S.203) und das gemeinsames Wohnen praktisch wäre (vgl. S.159). Auffallend ist dabei, dass er schon von “wir” anstatt von “ich” schreibt, was seine Wandlung unterstreicht.

Ebenso finden sich in seinem Verhältnis zu Menschen Punkte, die für und welche, die gegen einen Wandel sprechen. Homo Faber ist eine Person, für die andere Menschen anstrengend sind, und die ihm auf die Nerven gehen (vgl. S. 8). Er ist ein Mensch, der keinerlei Bedürfnis nach Bekanntschaft empfindet (vgl. S. 8) und sich wünscht auf jeden Kontakt mit einem anderen Menschen verzichten zu können. Dazu passt auch der Wunsch allein zu sein, ein Anliegen, das bis zu seinem Tod hohe Priorität für ihn besitzt. Folglich ist Walter Faber ein ichbezogener Mensch, der durch sein Verhalten zum Außenseiter wird. Er meidet Kontakt mit Menschen und es stört ihn, wenn man mit ihm redet. Auch als er nach Kuba kommt, bleibt er trotz allem Integrationswillen ein Einzelgänger in der Gesellschaft dieser lebensfrohen Menschen2.
andererseits geht Faber in Kuba bewußt auf die Menschen zu. Er faßt den 7-jährigen Schuhputzer an seinem Kruselhaar (vgl. S.175), obwohl er ursprünglich jede Berührung gehaßt hat (vgl. S.17). Er fängt an mit dem Jungen zu plaudern (vgl. S.176) und bewundert seine Schönheit, obwohl ihm zu Anfang alle Menschen häßlich vorgekommen sind. Nicht nur den einzelnen Buben findet er schön, sondern als er auf dem Prado in Kuba steht, kommt er auch nicht mehr aus dem Gaffen über die lauter schönen Mädchen, die Männer und überhaupt über die sehr schönen wunderbaren Menschen, heraus (vgl. S.173)[TL2]. Es deutet somit einiges darauf hin, dass Faber eine Wandlung erfahren hat. Er begibt sich sogar extra auf die Plantage, um Herbert noch einmal vor seinem Tod zu sehen[TL3] und liefert somit einen weiteren Beweis dafür, dass er seine Einstellung zu einem Menschen ändern kann.

Faber macht sich nicht nur von sich selbst und seinen Mitmenschen ein Bild, sondern auch von den Geschehnissen der Welt im allgemeinen. Walter Faber arbeitet als Ingenieur für die UNESCO, was für ihn der einzig männliche Beruf überhaupt ist (vgl. S.77). Er ist für ihn wichtiger, als die Familie oder Freundin. Dies kann man daran sehen, dass er nach Bagdad geht, obwohl Hanna ein Kind von ihm erwartet und sich das Land im Kriegszustand befindet (vgl. S.57). Man könnte vermuten, dass seine Arbeit auf idealistisch-humanen Gründen basiert, jedoch dient sie ihm allein als absoluter Selbstzweck3. Beispielhaft dafür ist sein Verhältnis zu Maschinen jeder Art. Selbst in den denkbar unpassendsten Momenten gibt es nichts, was ihn davon abhalten könnte, ein defektes Gerät zu reparieren. Selbst wenn er noch ein funktionierendes besitzt, macht er sich an die Arbeit, um den Fehler zu finden. Zu nennen wäre die Reparatur seines Rasierapparates am Abend vor seiner Abreise nach Paris (vgl. S.63). Homo Faber ist einfach zu sehr Techniker, als dass er sich in dieser Beziehung wandeln würde. Seine Autoinspektion im Dschungel ist dafür ein treffendes Beispiel. Obwohl Herbert den Jeep nicht einmal braucht, versucht Faber das Auto unter allen Umständen zu reparieren. Nicht einmal die Unbilden der Natur können ihn daran hindern, da er alle technischen Möglichkeiten, die sich ihm bieten, anwendet, um zum gewünschten Ergebnis zu kommen (vgl. S.168).




Da aber seiner Meinung nach der Mensch, als Konstruktion unmöglich ist, und somit nicht in der Lage ist, die ihm feindlich gesinnte Natur zu besiegen, sieht er den Roboter als das einzige Vorbild für den Menschen (vgl. S.171), denn der Roboter arbeitet nur nach der reinen Logik der Wahrscheinlichkeit und wird nicht durch Angst und Hoffnungen beeinflußt. Er weiß mehr von der Zukunft, da er sie errechnet (vgl. S.75). Genau das will Faber mit seinem Glauben an die Statistik und die Mathematik erreichen. Er möchte seine Ängste und Sorgen durch Berechnen vergessen machen. Er verdrängt zum Beispiel seine Bedenken, dass Sabeth seine Tochter sein könnte, mit Hilfe der Mathematik (vgl. S.121). Sogar als seine Tochter von einer Schlange gebissen worden ist und in Lebensgefahr schwebt, versucht er, seine Bedenken und Ängste durch die Statistik zu beruhigen; in diesem Fall, dass die Mortalität bei Schlangenbiß relativ gering ist (vgl. S.130).

Trotz der tragischen Ereignisse in seinem Leben hat Faber seine Mathematikgläubigkeit noch nicht aufgegeben. Denn selbst vor seiner Operation versucht er seine Heilungschancen durch eine Statistik zu ermitteln (vgl. S164). Wen verwundert es infolgedessen noch, dass Homo Faber in seinem Bericht sehr genau auf die präzisen Zeit- und Entfernungsangaben achtet, auch wenn die Geschehnisse schon einige Zeit zurückliegen (vgl. S.11, 16, 21). Dies ist zugleich eine Voraussetzung für gewissenhaftes Arbeiten, für das er bekannt ist. Hier zeigt sich eine Wandlung Homo Fabers ganz deutlich, da er mit dem Verlauf der Handlung seinen Beruf immer mehr vernachlässigt und ihm gegenüber immer negativer eingestellt ist. In seiner Jugendzeit war er noch bereit, seine schwangere Freundin in Deutschland zurückzulassen, aber jetzt entschließt er sich plötzlich, eine außerplanmäßige Reise in den Dschungel auf die Plantage seines neuen Freundes zu machen, anstatt sich pflichtgemäß um den Zusammenbau einiger Turbinen zu kümmern (vgl. S. 91). Ähnlich ist seine Verspätung in Paris zu deuten, als er das erste Mal in seinem Leben wegen einer Frau zu spät zu einer Konferenz gekommen ist (vgl. S.102). Auch scheinen ihn die neusten Weltnachrichten nicht mehr sonderlich zu interessieren, obwohl er doch, als ein Mitarbeiter einer weltweit operierenden Organisation über die neuesten politischen Ereignisse informiert sein müßte (vgl. S.76). Seine negative und vernachlässigende Einstellung zu seinem Beruf gipfelt darin, dass er seine Stelle zum Schluß kündigt (vgl. S.197)
So wie er sich in seiner Einstellung zu seinem Beruf wandelt, ist auch bei einer genaueren Betrachtung seines technischen Umfeldes teilweise eine Wandlung zu erkennen. Walter Faber hat seinen Hauptwohnsitz in einem Hochhaus in New York, einem Wunderwerk der Technik. Zu hause fühlt er sich nur in seinem Auto, wenn er die Tür zu schlägt, das Schlüsselchen ins Zündschloß steckt, das Radio andreht und den Fuß auf das Gaspedal setzen kann (vgl. S.92). Durch die Begegnung mit Marcel wird Faber jedoch mit einer Denk-und Lebensauffassung konfrontiert, die seinem eigenen Weltbild entgegengesetzt ist. Er selbst hat kein Verständnis für “ein Volk wie die Maja, die das Rad nicht kennen und somit durch Unkenntnis der Technik dem Untergang geweiht sind. Er bewundert trotz allem ihre mathematischen Kenntnisse. Diese Begegnung mit Marcel kann als ein Punkt gesehen werden, an dem Faber beginnt sich zu wandeln.

Fabers technische Akzidenzien beginnen völlig von ihm abzufallen. Er verschenkt seinen Chronometer [TL4]auf der Fahrt nach Athen an den LKW-Fahrer, was gleichbedeutend mit einem neuen Verhältnis zur Zeit steht, außerdem gibt er gibt seine Wohnung in Manhattan, zwar gewissermaßen gezwungen durch den Verlust seines Wohnungsschlüssel, aber dennoch nicht allzu ungern auf. Diese Wohnungsaufgabe ist gleichzusetzen mit einer Absage an die amerikanische Lebensauffassung, die anfangs als ein Symbol für Fabers Weltauffassung stand. Das er sich überhaupt nicht mehr mit der amerikanischen Lebensauffassung identifizieren kann sieht man ganz deutlich daran, dass er sich, als er wieder nach Amerika zurückkehrt, sich überhaupt nicht mehr zurechtfindet. Er hat absolut die Orientierung in seiner technischen Welt verloren. (vgl. S. Für ihn haben somit Komfort, die beste Installation, alles ein Symbol für Amerika (vgl. S.176) an wert verloren, mehr noch, Faber hat einen regelrechten Zorn auf Amerika (vgl. S.175), er schimpft über alles was damit in Zusammenhang steht. Er beschimpft all das, was er früher einmal repräsentiert hat, was darauf schließen läßt, dass sein Zorn auf Amerika zugleich ein Zorn auf sich selbst ist (vgl. S.176). Es ist eine Absage an die ganze Gesellschaft, in der man sterben könnte, ohne dass es jemand merkt (vgl. S.67). Mit dem Verkauf seines Studebakers gibt er auch das letzte amerikanische Anhängsel ab und zugleich einen wichtigen Teil seiner ihn umgebenen, technischen Umwelt. Dem kommt auch der Wunsch nie mehr zu fliegen, sondern mit beiden Beinen auf der Erde zu stehen gleich (vgl. S.195). Denn die Gewohnheit zu fliegen ist auch nur ein Bestandteil seines technischen Weltbildes, welches er dadurch ablegt.

Aber nicht nur seine Absage an Amerika ist beispielhaft für seine Wandlung. Letzten findet er sich sogar damit ab, dass er seine Schreibmaschine abgeben muß, obwohl er eigentlich Handschrift überhaupt nicht ausstehen kann (vgl. S.. Wie ihm eine völlig entgegengesetzte Weltauffassung aufgezeigt hat, so hat er ein ganz anderes Verhältnis zur Kunst als Faber. Marcel opfert seinen ganzen Urlaub, nur um diese Hieroglyphen zu kopieren. Dies führt bei Faber jedoch zu absolutem Unverständnis, da die Kunst in seinem technischen Weltbild keinen Platz hat. Hier gibt es auch nur ganz wenige Ansatzpunkte, die für eine Wandlung sprechen. Seine Unkenntnis und negative Einstellung gegenüber der Kunst kommt deutlich bei dem Tischgespräch mit dem Baptisten und Sabeth in diesem Fall über Louvre in Paris, heraus (vgl. S.76, 77). Auch die Gegebenheit, dass er später in Paris in den Louvre geht, ist nicht darauf zurückzuführen, dass er sich plötzlich für Kunst interessiert, sondern dass er Sabeth vermisst und hofft sie im Louvre wieder zu finden. Denn Skulpturen und Derartiges sind für ihn nichts anderes als Vorfahren des Roboters (vgl. S.77) und Museen etwas, mit dem er nichts anfangen kann (vgl. S.108). Selbst während seines Italienaufenthaltes interessiert er nur für den neusten Rapido Triebwagen und die neueste Olivetti (vgl. S.108). Er sagt selbst, dass das einzige, was ihm in Italien Mühe machte, lediglich Sabeths Kunstbedürfnis war, ihre Manie alles anzuschauen (vgl. S.107). Nicht einmal ihre Gegenwart ändert etwas daran, dass seine Gedanken bei dem nahe gelegene Flugplatz sind und er viel lieber dort wäre als sich mit Sabeth zusammen Gedanken über irgendwelche Grabinschriften zu machen (vgl. S.117). Nicht abstreiten läßt sich, dass sich Faber während seines Rundganges im kleinen Kreuzgang im Museo Nazionale (vgl. S.110) für den Kopf der schlafenden Erinnye begeistert. Hier ist das erste mal festzustellen, dass Faber Kunst als etwas “großartiges, beeindruckendes, famoses, tiefbeeindruckendes” (S.111) empfindet. Er versucht jedoch sofort danach seine Faszination auf die Belichtungssache zu schieben, da diese Auffassung ihm eines Technikers würdig erscheint[TL5]. Das dies kein Wandel in seinem Kunstverständnis war, ist sofort am Ausgang des Museums zu erkennen, da ihn wieder nur die korrekte Maurerarbeit interessiert (vgl. S.112) und ebenso an seinem Ausspruch, das er es genoß nichts besichtigen zu müssen (vgl. S.113).
Ganz im Gegensatz zur darstellenden Kunst, ist eine Wandlung bei seiner Gesinnung gegenüber der Musik zu erkennen. Zu Anfang war für ihn Musik nichts anderes als Lärm oder ein Gehämmer ohne Klang (vgl. S.45). Trotzdem geht er später mit Sabeth in die Oper, obwohl er solche Veranstaltungen wie z.B. auch das Schauspielhaus nicht ertragen kann (vgl. S.47). Man könnte vermute, dass er nur in die Oper gegangen ist, um mit Sabeth zusammen sein zu können, jedoch gibt es in Paris genügend andere Möglichkeiten einen Abend zu verleben ohne direkt mit der Kunst in Berührung zu kommen. Dieser Wandel findet seinen Höhepunkt in einem völlig neuen Lebensgefühl, das er in Kuba das erste Mal erfährt. Er fängt an zu singen und zu schaukeln. Er sagt selbst in seinem Glück: Ich schaukle und singe. Stundenlang. Ich singe! Ich kann ja nicht singen, aber niemand hört mich… (vgl. S.181). Genauso, wie für der Techniker Walter Faber der “irrationalen” Kunst gegenübersteht, so präsentiert sich ihm anfangs die Natur als eine feindlich gesinnte Macht, die der Technik im Wege steht. Sie hindert durch eine Schneesturm das Flugzeug am Start (vgl. S.7) oder erschwert die Reparatur des Jeeps in einem nicht unerheblichen Maß (vgl. S.168). die es gilt zu beherrschen. 4Als Techniker ist er so ständig versucht Mittel zur Beherrschung der Natur zu finden. Er sieht zum Beispiel die Abtreibung nicht als eine subjektiv-ethische Entscheidungsfrage, sondern er verschiebt es ins Technisch-Quantitative. Sie ist eine Möglichkeit zu verhindern, dass die Natur zeugt und gebärt, so wie es ihr gefällt (vgl. S.105). Der Mensch muß folglich versuchen, ihr die Handlungsgewalt aus der Hand zu nehmen, da er sich nicht von der Natur abhängig machen dürfe. Dementsprechend sieht es Homo Faber als ganz logische Folge und Pflicht der Menschheit an, dass wenn man der Natur die Handhabe gegen die steigende Übervölkerung der Erde aus der Hand nimmt, dass man ihr dann auch die Fortpflanzung aus der Hand nehmen muss. Für ihn sind ihn Leute, die die Schwangerschaftsunterbrechung grundsätzlich ablehnen, unromantisch und unverantwortungslos. Er sieht die Schwangerschaft letztlich nur als ein wirtschaftliches Kampfmittel der Frau an.

Nun ist es völlig unverständlich, wie ein Mensch nach dem Tod seiner Tochter bei so einer Einstellung zur Abtreibung bleiben kann, zumal seine Tochter, in die er mittlerweile verliebt ist, seiner Ansicht nach gar nicht existieren dürfte. Spätestens nach dem tragischen Unfall hätte er seine Meinung ändern müssen, aber er beharrt weiter auf die Machtstellung des Menschen gegenüber der Natur. Ebenso setzte Hanna ihre Schwangerschaft nie als ein wirtschaftliches Kampfmittel ein. Diese beiden Gesichtspunkte sprechen somit eindeutig gegen einen Wandel Homo Fabers. Hinzu kommt, dass Faber seine Schuld am Inzest durch seine Einstellung bestreitet, da es nicht sein Kind war (vgl. S.201). Für Faber war das Kind abgetrieben und somit will sich Faber damit entschuldigen, dass er die Möglichkeit, dass das Kind von ihm sein könnte, nicht in seine Berechnungen mit einbeziehen hat können und nutzt diese Gelegenheit gleichzeitig zur Selbstrechtfertigung.5 Folglich hat sich kein Wandel in Fabers Denkweise vollzogen, da er sich bis kurz vor seinem Tod immer noch nicht vollständig die begangene Schuld eingesteht. Ein Ansatz zu einem Schuldzugeständnis ist aber darin zu erkennen, das er sich fragt, ob Hanna verzeihen könne und er sich wünscht, dass das Geschehene nicht passiert wäre (vgl. S.155), aber somit kann nicht von einer grundsätzlichen Wandlung gesprochen werden.

Nicht nur in der Einstellung zur Abtreibung kann man Fabers Feindschaftsverhältnis zur Natur sehen. Laut Hanna ist die Technik für Faber ein Kniff, die Welt so einzurichten, dass er sie nicht erleben muß, sie als Widerstand aus der Welt zu schaffen kann (vgl. S.169). Der Grund für seine Feindschaft der Natur gegenüber liegt in Fabers Angst vor dem Tod. Würde er sich der Natur unterordnen, käme er in den natürlichen Kreislauf des Gebärens und des Sterbens geraten und somit seinen eigenen Tod akzeptieren.

Das er Herr über sich selbst und der Natur sein möchte, zeigt sich ganz deutlich daran, dass er versucht sich der Natur durch seine Technik zu entziehen. Um nicht zu zulassen, dass sich etwas “natürliches” an ihm ausbildet, hat er ständig das Bedürfnis sich zu rasieren, um nicht so wie eine Pflanze zu werden (vgl. S.9/10,27,31,34,63,134,152,170,172). Auch die Tatsache, dass für ihn das Duschen und Baden sehr wichtig ist, drückt Fabers Feindschaftsverhältnis zur eigenen vegetativen Natur aus.6Beides, sowohl das Rasieren als auch die Körperpflege zeigen eindeutig auf, dass alles, was Faber nicht direkt beeinflussen, ihm seine Machtlosigkeit offen legt und er somit versucht die Auswirkungen z.B. den Bartwuchs oder das Schwitzen zu beseitigen. Da er sein Verhalten in keiner Weise geändert hat, ist nicht davon auszugehen, dass er sich in seinem Verhältnis zum eigenen Körper geändert hat.




Das er sich aus Sorge um seinen Körper und seine Gesundheit ständig rasieren und duschen würde, dem widerspricht sein übermäßiger Nikotin- und Alkoholkonsum. Jeder vernünftige Mensch, der ahnt, dass seine tödliche Krankheit durch das Rauchen bedingt ist, würde sich wenigstens die Gedanken machen, ob es nicht gesünder wäre aufzuhören. Faber stellt lediglich fest, dass er zu viel raucht und das sein Magenkrebs dadurch bedingt sein könnte, zieht aber keine Konsequenzen aus dieser Erkenntnis und denkt überhaupt nicht daran aufzuhören. Genauso wenig, wie man hier von einer Wandlung sprechen kann, sieht es mit seinem ständigen Verdrängen seines Magenkrebses aus[TL6]. Ähnlich verhält es sich mit seinem Alkoholismus, den er nicht einmal erkennt und schon gar nichts dagegen unternimmt. Und wenn ihn schon nicht seine Gesundheit daran hindern kann zu trinken, dann hätte ihm sein Glauben an ein rationelles, technisches Weltbild zu bedenken geben müssen, dass ein Betrunkener nicht mehr berechenbar ist, und nicht mehr logisch, sondern nach Instinkten handelt. Aber kein Grund hat bei ihm zu einer Einsicht geführt, sondern lediglich seine Unverbesserlichkeit aufgezeigt. Genauso wenig hat sich sein Standpunkt gegenüber seiner Krankheit geändert.

So wie er sich gedankenlos seinen Lastern hingibt, so verdrängt er, oder bagatellisiert seinen vermuteten Magenkrebs. Er gibt dem Rauchen die Schuld für seine Magenschmerzen (vgl. S.179), oder tut sie als Hirngespinst ab (vgl. S.178). Zum Ende hin bleibt Faber aber auch nichts anderes mehr übrig, als seine Krankheit und somit seinen kommenden Tod zu sehen, da er durch seine Krankheit dazu gezwungen wird. Sie ist einfach zu offensichtlich, als das man sie einfach verdrängen könnte. Denn einen Zusammenbruch am Flugplatz muß selbst ein Walter Faber als Tatsache anerkennen und kann es nicht verdrängen, da es nun passiert ist und es dafür sogar Zeugen gibt. Sogar sein Vorgesetzter erkennt, wie schlecht es um Faber steht und empfiehlt ihm einen Urlaub. Dies sind Tatsachen die Faber dazu zwingen zu erkennen, dass doch nicht alles so harmlos ist, wie er versucht sich einzubilden.

Dies ist gleichbedeutend mit dem anfänglichen Ignorieren des eigenen alters und den damit verbundenen körperlichen Veränderungen. Das kommt ganz deutlich in den Spiegelszenen (vgl. S. 11, 98, 170-171) zum Vorschein, da er immer versucht die erkannten negativen und gesundheitsbedingten Veränderungen an seinem Körper zu verdrängen und so gibt er immer den Lichtverhältnissen (vgl. S.11, 98) die Schuld an seinem schlechten Aussehen. All diese genannten Verhaltensmuster haben nur den einen Zweck und zwar sich der Vergänglichkeit und dem Tod zu entziehen. In die gleich Kategorie spielt das Bedürfnis Fabers alles zu filmen und zu fotografieren. Er versucht z.B. mit dem Phänomen Wüste auf technische Art und Weise fertig zu werden. Er hat den Mondaufgang in der Wüste gefilmt und damit als Erlebnis von sich ferngehalten, ebenso wehrt er das Erlebnis der nächtlichen Wüste ab. Dazu benutzt er seine Rolle als Techniker, der die Dinge so zu sehen vorgibt, wie sie wirklich sind (vgl. S.24).7 All dies läuft nur darauf hinaus sich dem Tod durch die Natur zu entziehen und sie von sich fernzuhalten.

Hier sind die auch die größten Veränderungen in Fabers und seiner Einstellung zum Tod festzustellen. Das Akzeptieren seines Todes und der Vergänglichkeit stehen beispielhaft für seinen Wandel.

Denn im Verlauf der Geschehnisse sieht er sich nicht mehr als ein Gegenspieler zur Natur, sondern als ein Bestandteil von ihr. Vorallem bei seinem Zwischenstop auf Kuba sieht der Leser, dass Faber dort zu einer Neuorientierung gefunden hat. Schon die Aussage “Vier Tage nichts als schauen (S.172) zeigt einen krassen Unterschied zu seinen früheren Verhaltensweisen. Jetzt gibt er sich vier Tage lang den unmittelbaren Eindrücken seiner Umgebung hin.8 Auf Kuba lernt der ehemals “stockblinde” (vgl. S.144) Faber das sehen und zu erleben. Daher auch sein Ausspruch -Meine Wolllust, zu schauen (vgl. S.178). Die Konsequenz daraus ist, dass er am Ende seines Kubaaufenthaltes beschließt nichts mehr zu filmen (vgl. S.182) und im selben Atemzug erkennt er, dass ja doch alles vergeht (a.a.O.). Fabers Verhältnis zum Erleben drückt sich durch sein neues Verhältnis zur Natur aus. Früher hat er versucht seine Eindrücke durch rationale Erklärungen zu verdrängen9. Beim Schwimmen sieht er sich zum Beispiel als einen violetten Frosch (vgl. S.176). Das der Tod einen festen Platz in seinem Leben hat kann man daran erkennen, das er sich mit seiner Impotenz abgefunden hat (vgl. S.178) und somit zugleich seine Vergänglichkeit akzeptiert hat.

Um zu einem abschließendes Urteil über einen Wandel Homo Fabers zu kommen, muß jedoch auch noch sein Selbstbild analysiert werden. Hier sind auch nur noch Argumente für eine Wandlung Fabers zu festzustellen. Nach dem scheitern seiner Beziehung mit Hanna, hat Faber seine geschlechtlichen Beziehungen nur als ein momentanes sexuelles Bedürfnis erlebt, da es für ihn als Techniker gegen seine rationelle Denkweise verstoßen würde, wenn die Triebe Herr über den Menschen werden. Diese Haltung gegenüber seiner Sexualität unterlag er deshalb nur gegen seinen Willen (vgl. S62). Dementsprechend verhält sich auch Fabers Anschauung von Ivy. Faber sieht sie nicht als eine Persönlichkeit, sondern nur als ein reines Lustobjekt. Er weiß weder etwas über ihre Vergangenheit noch welche persönlichen Ideologien sie vertritt (vgl. S.64). Für ihn ist sie “ein herzensguter Kerl, wenn sie nicht geschlechtlich wurde (vgl. S.65). Diese Bemerkung Fabers verdeutlicht seinen anfänglichen Ekel vor der Sexualität. Wenn er sich jetzt aber in die Frau legt, die er in den Sand gezeichnet hat und sie als Wildling (vgl. S.177) bezeichnet, so drückt das seine geänderte Geisteshaltung gegenüber seiner natürlichen Erotik aus.

Genauso wie er sich seine Auffassung gegenüber seiner Sexualität geändert hat, so wird man einem Umbruch in seiner Gefühlswelt gewahr, der allerdings nicht so deutlich ausgeprägt ist, da nicht alles für einen Wandel spricht. Noch während des Aufenthaltes in der Wüste von Tamaulipas und auf der Schifffahrt mit Sabeth verdrängt er sein Empfindungen, und vorallem seine Minderwertigkeitsgefühle und seine Eifersucht gegenüber dem Baptisten machen ihm schwer zu schaffen (vgl. S.82). denn solche Gefühle passen nicht zu seinem technisch rationellen Weltbild und deshalb ist es für ihn unmöglich sein Empfinden, gleich welcher Art auch immer, zuzulassen und zu akzeptieren. Damit gleichzusetzen ist das dauernde Bestreiten, dass er Sabeth hinterherlaufen würde, da das darauf schließen lassen würde, dass er sich in sie verliebt hätte, was einem rationell denkenden Menschen nicht passieren dürfte. Ähnlich sieht es mit seinen Emotionen aus, die er ebenfalls nicht zuläßt. Als einzige Möglichkeit sich seinen Gefühlen zu entziehen stellt sich ihm nur die Flucht in die Technik dar z.B. die Autoreparatur im Dschungel (vgl. S.168). Selbst nach dem Tod seiner Tochter ist es ihm immer noch ein willkommener Ausweg aus seiner Gefühlswelt und seinen Schuldgefühlen, die er nicht bewältigen kann. Schwerer wiegt jedoch noch das Zerreißen der Briefe, die er an Dick und Marcel geschrieben hat. Der Grund warum er sie zerreißt ist ihre Unsachlichkeit, und somit kann man daraus schließen, dass Faber sich immer noch nicht so weit gewandelt hat, dass er seine Gefühle offen gegenüber anderen Personen äußern kann.

Jedoch sind auch positive Aspekte hinsichtlich einer Wandlung in seinem Leben zu erkennen, die am stärksten während seines Aufenthaltes in Kuba zu Tage kommen. Hier tritt ein Lebenswandel in bezug auf seine Gefühle und sein Naturverständnis ganz offen zu Tage. Er fängt an das Leben zu lieben und zu preisen (vgl. S.181, 182). Er ist glücklich mit seinem Leben und kann sich über alles freuen, was er sieht (vgl. S.181). Erst bei so einer Einstellung ist der Mensch auch fähig zu solchen Aussprüchen, wie z.B. “ich wußte, dass ich alles, was ich sehe, verlassen werde, aber nicht vergessen: -die Arkade in der Nacht, wo ich schaukle und schaue, beziehungsweise höre (…) mein Spaß dabei, meine Wolllust… (vgl. S.181)”.




Nach Abwägung aller Gesichtspunkte, bin ich zu dem Schluß gekommen, dass Faber kein unverbesserlicher, hoffnungsloser Fall ist, sondern dass er eine Wandlung im Laufe der Geschehnisse durchgemacht hat. Er hat sich zwar nicht in allen Belangen geändert, aber meiner Meinung nach, ist es gar nicht möglich innerhalb so kurzer Zeit sein Leben vollständig neu zu ordnen. Folglich ist es verständlich, dass Faber öfters in seine alte Lebensweise zurückfällt. In manchen Punkten ist er durch äußere Einflüsse zu einer Änderung seines Lebens gezwungen worden. Man kann einen Menschen dazu zwingen, seine Krankheit zu erkennen, aber kann niemanden dazu zwingen sein Leben zu lieben. Faber liebt jedoch sein Leben, was nur auf einen Wandel seiner inneren Einstellung zurückzuführen ist.

ist für Faber also auch etwas “mystisches, dass nicht in sein Weltbild passt. .(vgl. S.42, 43)
rständnis für “ein Volk wie die Maja, die das Rad nicht kennen und somit durch Unkenntnis der Technik dem Untergang geweiht sind. Er bewundert trotz allem ihre mathematischen Kenntnisse. Diese Begegnung mit Marcel kann als ein Punkt gesehen werden, an dem Faber beginnt sich zu wandeln.

und zugleich streitet er jegliches Schicksal ab, da man Schicksal seiner Meinung nach nicht aus mechanisch-psychologischen Zufällen ableiten kann. Somit wird gleichsam deutlich, dass Begriffe wie Schicksal und Fügung für ihn nicht existieren, sondern nur Zufall und Wahrscheinlichkeit.10 Infolgedessen wehrt er sich vehement die Natur als Götze zu betrachten (vgl. S.105-107). Ansonsten müßte man seines Erachtens nach, wie im Dschungel leben. Und in dieser Ansicht ist auch kein Wandel feststellbar, da er zu dem Zeitpunkt als er es schreibt immer noch so meint. So
Der Grund für dieses Feindschaftsverhältnis liegt gerade darin, dass er sich nicht der Natur unterordnen kann, da er sonst seinen eigene Vergänglichkeit und seinen Tod akzeptieren würde. Ebenso drückt das Verdrängen der Natureindrücke eindeutig die Angst aus, die Faber hat in den Kreislauf der Natur zu geraten und somit auch irgendwann ein Opfer des Todes zu werden.
Jedoch kann nicht davon ausgegangen werden, dass sein Umbruch nur auf einen Lebenswandel von Faber zurück zu führen ist.
Zu Anfang hat er sich allen Natureindrücken versperrt und diese durch filmen und fotografieren für ihn unschädlich zu machen.

Faber sieht sich selbst als ein Techniker, der gewohnt ist die Dinge so zu sehen, wie sie sind (vgl. S. 24). Faber meint also, dass er die Erscheinungswelt als objektiv gültige Wirklichkeit erfassen kann. Er ist von den Erscheinungen der nächtlichen Wüste nicht ergriffen, wie er sagt,
sucht nach Erklärungen, die einem Techniker entsprechen11. Zum Techniker gehören also Realitätsbezug, rationelles Erfassen und damit das Beherrschen der Natur, zum Nicht-Techniker “hysterisches Verhalten,

Literaturverzeichnis

Primärliteratur:
Frisch, Max: Homo Faber

Sekundärliteratur:
* Jens, Walter: Kindlers Neues Literatur Lexikon – Bd. 5 Ea- Fz (S. 854-855). 1989
* Reinhard Meurer: Oldenbourg Interpretationen Bd. 13. In: Max Frisch – Homo Faber. Hg. v. Klaus Michael Bogdal und Clemens Kammler. München: Oldenbourg, 1988.
* Manfred Eisenbeis: Klett Lektürehilfen
* Diesterweg.


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